Dienstag, den 08. Dezember 2020

PSA im Einsatz – wer testet und prüft?

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzkleidung muss auch nach der Wäsche der Norm entsprechen. Doch wer kontrolliert, prüft und dokumentiert das? Der Profi, der sie trägt? Wohl eine kaum zu leistende Verantwortung im Joballtag! Oft ein Grund mit textilen Mietdienstleistern zusammenzuarbeiten. Doch wie bekommt der Profi hier Sicherheit?

PSA Validierung Jan Kuntze

Sicherheit am Arbeitsplatz ist immer Thema. Dafür steht der Arbeitgeber in der Pflicht. Und hier gibt es für Auswahl, Anschaffung, aber auch für die Pflege vom Gesetzgeber klare Vorgaben. Schließlich gilt: Die Übereinstimmung der Schutzkleidung mit der Norm muss dauerhaft gewährleistet werden. Auch nach mehrmaligem Tragen und häufigen Wäschen. Auf Nachfrage sollte der Arbeitgeber zudem entsprechende Nachweise und Dokumentationen bereitstellen – im Falle eines Arbeitsunfalles können diese Dokumente sogar von der Berufsgenossenschaft angefordert werden. 

Hier kann es sich für die Betriebe durchaus lohnen, das Thema an professionelle Dienstleister auszulagern. Denn die bieten passende Angebote. Einmal mit entsprechenden Kollektionen, aber eben auch im Rahmen ihrer Service- und Pflegeprozesse. „Wäsche, Reparatur und Kontrolle sollten nur in speziellen, für PSA zertifizierten Aufbereitungsprozessen vorgenommen werden“, erklärt Jan Kuntze, Textilingenieur und Geschäftsführer der Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH. „Das stellen alle regionalen Partner des DBL Verbundes durch ihre Zertifizierung nach ISO 9001:2015 sicher.“ 

So können den Betrieben gleichbleibend hohe Qualitätsstandards gewährleistet werden. Und dahinter stecken in der Praxis sehr detaillierte Vorgaben, Arbeitsabläufe, Prüfmethoden. „Wir kontrollieren die Kleidung nach dem Waschen auf Funktionstüchtigkeit, übernehmen die Wartung und die Reparatur. Und ersetzen selbstverständlich Kleidungstücke, die nicht mehr funktionsfähig sind“, erläutert Jan Kuntze. 

Tests und Kontrollen – Beispiele 

Beispiel Warnschutz. So erfolgt etwa bei nach DIN EN ISO 20471 normierter Warnschutzkleidung im DBL Mietservice zunächst eine Vorsortierung nach Leuchtgelb oder Leuchtorange. „Nach zertifiziertem Waschprozess und Trocknung beurteilen unsere geschulten Mitarbeiter der Qualitätskontrolle die Leuchtkraft des signalfarbenen Oberstoffes und den Zustand der Reflexstreifen – da sie jedes einzelne Kleidungsstück einscannen, wissen sie sofort, worauf zu achten ist“, beschreibt der DBL Experte das Prozedere. „Entspricht das so kontrollierte Kleidungsstück nicht mehr den gewünschten Anforderungen, tauscht unsere Näherei die Reflexstreifen aus. Oder der Artikel wird komplett ersetzt.“  

Wichtig ist auch die Kontrolle von Chemikalienschutz nach DIN EN 13034. Denn erhält dieser keine ausreichende Nachimprägnierung, verliert er seine komplette Schutzwirkung. „Chemikalienschutzbekleidung wird deshalb bei uns im Mietservice stichprobenartig durch ein aufwändiges, textiltechnisches Prüfverfahren überwacht. Hier wird bei Bedarf dann gleich die gesamte Charge erneut imprägniert und geprüft – oder eben das fehlerhafte Teil gegen neue Kleidung ausgetauscht“, so Jan Kuntze. 

Gründliche Überwachung – auch bei nach DIN ISO 11611 normierter Schweißerschutzkleidung erforderlich. „Es darf hier keine Löcher oder Beschädigungen geben, die etwa das Eindringen von Metallspritzern oder heißen Schweißperlen ermöglichen. Auch müssen brennbare Substanzen wie Motorfette und Schmieröle, die das Brennverhalten beeinträchtigen, komplett im Waschprozess entfernt werden“, nennt Jan Kuntze zu überwachende Parameter.  

Sicherheit auch bei der Reparatur 

Kontrolle ist das eine. Reparatur das andere… Denn auch diese – ebenso wie die Veredelung – darf weder zum Verlust der Baumusterprüfung noch zur Einschränkung der Schutzwirkung eines Kleidungsstückes führen. „Anhand eines Nähkataloges werden unsere NäherInnen über die korrekte Durchführung von Reparaturen geschult“, so Jan Kuntze.  

Laut dem DBL Experten wird auch sichergestellt, dass im Mietservice Reparaturen nur mit Originalmaterial – also Garn, Knöpfen, Reißverschlüssen und Co. – unter Berücksichtigung der Verarbeitungsweisen des Konfektionärs durchgeführt werden. „So wird gewährleistet, dass der Artikel auch nach der Reparatur die geforderte Schutzwirkung aufweist.“  

Darüber hinaus findet vor der Einführung neuer PSA Artikel immer eine Musterbearbeitung statt, um sicherzustellen, dass auch die gewaschenen Artikel die erforderlichen Schutzfunktionen leisten. 

„In verifizierten Wasch- und Bearbeitungsprozessen, ebenso mit regelmäßiger Prüfung der PSA Artikel, wird im textilen Mietservice die dauerhafte Aufrechterhaltung der Schutzfunktionen gewährleistet“ so Jan Kuntze. „All das ist klar dokumentiert und nachvollziehbar für unsere Kunden.“ 
 

Weitere Informationen

Validierung* und Verifizierung der Aufbereitung umfasst: 

  • Eignung der PSA für die industrielle Aufbereitung 
  • sachgemäße Waschverfahren zur Schmutzentfernung und zum Erhalt der Schutzfunktion (Desinfektion/Temperatur/ Wasch- und Waschhilfsmittel) einschließlich Umweltaspekte 
  • sachgemäße Trocknung 
  • Wartung/fachgerechte Reparatur 
  • Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Kontrolle der PSA (Gebrauchseigenschaften und Schutzfunktion) 
  • Dokumentation  

*„Validiert“ bedeutet, dass das angewandte Verfahren im Vorfeld getestet wurde und sicherstellt, dass unter diesen Bedingungen das gewünschte Ergebnis, d.h. die funktionelle Sicherheit erzielt wird. Danach ist es notwendig, die exakte Einhaltung anzuwendender Parameter sicherzustellen, zu überwachen und zu dokumentieren. 

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Daniela Edelmann

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